Mali

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Reunion 2010

 

1983-1988 / Mali, Westafrika

Losinger AG / ECBM (Entreprise de Construction du Barrage de Manantali)

Nachdem ich nun alle Dias gescannt habe, schwelge ich wieder etwas in Erinnerungen...

Map

Chef-Vermesser für den 1600m breiten und 65m hohen Staudamm von Manantali am Fluss Bafing.

Mali

Karte

Mali ist ein Binnenland und vor allem im Norden sehr, sehr trocken. Ca. 100km flussabwärts von unserer Baustelle trifft der Fluss Bafing auf den Bakoy. Diese beiden Flüsse bilden den Senegal, der nach über 1000km und nur ca. 150m Gefälle bei Dakar in das Meer fliest.

Anreise

Normalerweise von Zürich über Paris nach Dakar und von dort mit dem Firmenflugzeug nach Manantali...

Unser Firmenflugzeug

Unsere Piloten...

Dakar - Manantali: Nicht immer leicht zu finden... Zweifel hatten manchmal unsere Piloten, wenn sie die Baustelle nicht finden konnten und nach Dakar/Senegal (3 h Flug) oder nach Bamako/Mali (1.5 h Flug) zurückkehren mussten... Geflogen wurde nach Zeit und gewissen ausgesuchten 'Landmarken' bis zum 'Point of no Return'...

Anreise

Anreise

Anreise

Oben: Die Strasse Mahina - Manantali / Unten: Der Bafing in der Nähe der Baustelle...

Anreise

Die Ankunft in Manantali war für mich eine neue grosse Herausforderung. Als Vermesser eines solchen riesigen Dammes hat man irgendwann schon mal seine Zweifel, ob wirklich alles so seine Richtigkeit hat...

Landung in Manantali

Landung in Manantali

Landung in Manantali

Landung in Manantali

Landung in Manantali

 

Natur puuur...

In Manantali/Mali fanden wir eine fast unberührte Natur vor - sollte man diese nun wirklich zerstören...

Natur pur...

Natur pur...

Natur pur...

Natur pur...

Natur pur...

Natur pur... Seht ihr das Hippo?

Na - Hippo gesehen beim 'durchruggelen'...?

Natur pur...

Natur pur...

 

Baustellen Installationen

Zuerst musste praktisch das gesamte Material für die Baustellen Installation via Dakar (Schiff) nach Mahina (Zug) und Manantali (Lastwagen) importiert werden. Wichtige, dringende Teile wurden auch via Dakar oder Bamako mit unserem Flugzeug transportiert...

In der ersten Trockenzeit musste zuerst eine Brücke über den Bafing gebaut werden, da der Fluss in der Regenzeit nicht mehr überquert werden konnte. Flussaufwärts gab es keine weitere Brücke mehr, flussabwärts erst nach 80km eine Eisenbahnbrücke (Mahina)...

 

Ebenfalls mussten die Auflager des Dammes und diejenigen für die beiden längsten Kabelkräne der Welt erstellt werden. Dazu wurden riesige Mengen Sprengstoff und nicht wenige Sprengungen benötigt...

Die Nordflanke des zukünftigen Staudammes...

Ein paar Zahlen: Zwei mal zwei Türme je 100m hoch, 1600m Spannweite, 22m seitwärts schwenkbar, Traglast 18t (entspricht ca. 6m3 Beton), Durchmesser Tragseil 12cm, ...

 

Zu der ganzen Baustelleninstallation gehörten natürlich auch der Steinbruch, die Brech-, Kühl- und Beton-aufbereitungs- Anlagen. Und wer hat alles abgesteckt , wer?

 

Unser Camp

Eigentlich gehört das Camp natürlich ebenfalls zur Baustellen Installation der ersten Stunde. Liza konnte bereits nach drei Monaten nachkommen, da hatten die 'Ersten' auf der Baustelle einiges länger warten müssen...

Immer schön warm (das richtige Wort ist wohl eher 'heiss'...) und alles spriesst und gedeiht...

 

Nachdem Liza mit Marc schwanger wurde, konnten wir in ein neues, grösseres Haus umziehen. Hier gab es dann wieder viel zu tun - ums Huuus ume...

Viel später...

 

 

 

Vermessung und Co.

Zu Beginn der Arbeiten existierten gerade einmal die Balise Sud (oben) und Balise Nord auf der gegenüberliegenden Seite. Diese wurden mittels Betonpfeilern versichert und als Ausgangspunkte bestimmt - mehr Details dazu findet ihr im 'Bericht'...

Der 'Arbeitsweg' fast romantisch...

Manchmal wurde auch Nachts gemessen...

Die Vermessung wurde mittels vieler solcher solide betonierter Vermessungspunkte sichergestellt. Eine Triangulation musste gemessen und gerechnet werden. Anschliessend konnte es richtig losgehen...

 

Erdbau und Co.

Um eine ausreichende Verankerung des Dammes im Felsen zu erreichen, wurde in den bestehenden Felsen eine Art 'Verzahnung' gesprengt...

 

Beton, Beton, Beton...

Nach den Aushub-, Spreng- und Vorbereitungsarbeiten konnte mit den Betonarbeiten begonnen werden.

6 m3 Beton werden in den Kübel abgefüllt... 

Der Kabelkranoperateur bringt den über Funk eingewiesenen Kübel in Position... 

Die Schublade wird über ein Seil geöffnet und der Beton 'fliesst' aus... 

Der der Kübel nun an Gewicht verliert, muss er gleichzeitig abgesenkt (Kabel nachgelassen) werden, damit der Kübel nicht in die Höhe schiesst und anschliessend die gesamte Schalung zusammen schlägt... - alles passiert... - aber wir haben schnell gelernt...

Im Sperren-Beton hatte das grösste Korn (Kies) ca. 12cm Durchmesser. Nur Maschinen konnten diese Art Beton überhaupt noch bearbeiten, verteilen, vibrieren. 

 

 

 

Betoniert wurde in 2m Schritten, kaum war der Beton einigermassen gehärtet, wurde die Kletterschalung nachgezogen und für die nächste 2m Etappe wieder befestigt...

Oben: Sechs m3 Betonkübel / Unten: Spätere Kontrollgalerie

Bei zuletzt 65m Höhe ein 'nettes' Fitnessprogramm...

 

Die Flussumleitung in der Trocken-/Regenzeit 1986

Damit auch im bestehenden Flussbett gearbeitet werden konnte, wurde der Fluss um- und durch dass zukünftige Bauwerk geleitet. Dass musste natürlich während der Trockenzeit geschehen...

 

Der Schüttdamm 

Der grösste und längste Teil besteht aber aus dem Schüttdamm. In der Mitte befindet sich ein nach oben dünner werdender Lehmkern. Dieser Kern sollte dicht sein und kein Wasser durchlassen. Neben dem Lehmkern werden verschiedene Schichten Sand, Kies und dann Felsschüttung hinzugefügt. Das Wasser dringt somit also in den Oberstrom liegenden  Teil des Dammes ein und der Druck des Wassers verteilt sich optimal auf den Damm. Glaube ich jedenfalls... Unter dem Schüttdam liegen ebenfalls Kontrollgalerien. 

 

 

Und immer weiter geht's... 

Dammauflager...

Grundablässe und Tosbecken...

 

Oktoberfest in Manantali 

Zuerst aber ein 'Fussballmatch' zwischen Bauleitung (Groupement) und uns (den Arbeitenden ECBM)... 

 

Erschöpfte werden sofort wiederbelebt und fit gepflegt... 

Ohne Kommentar... 

 

 

Die Fertigstellung... 

Mit der Zeit (den Jahren...) nimmt der Damm Formen an... Gearbeitet wurde übrigens 6 Tage in der Woche jeweils 10h (von 7-12 und 13-18 Uhr)...

Noch etwas 'später'... 

 

 

Ein Stausee entsteht... 

Im April 1988 verliessen wir Manantali/Mali und den praktisch fertigen Staudamm. Hier der Blick flussaufwärts auf den nun  entstehenden Stausee... 

Ein wirklich eindrückliches Erlebnis, wenn man so etwas erleben darf... Ein See in der Grösse des Bodensees entsteht... 

 

Mit einer Rose im Auge und einer Träne im Knopfloch (oder war es umgekehrt?) verlassen wir Afrika und kehren in die Schweiz zurück... 

Mittels Google Maps/Earth könnt ihr den Staudamm und den See locker finden - einfach nach Manantali, Mail suchen...

PS: Ich war das übrigens nicht, der das in Wikipedia eingetragen hat - Sinn macht es aber allemal...

So, das muss reichen - Wahrscheinlich raucht das Modem vom runterladen all dieser Fotos sowieso schon...

Mehr Fotos und Infos bei uns Zuhause!

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